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Wie werde ich Schriftstellerin in zehn Tagen (Tag 10)

Kinder, heute ist es endlich so weit, heute werde ich Schriftstellerin! Tag zehn meiner erquickenden Episode (hui, schon wieder eine Alliteration!) hat soeben begonnen und ich wache mit dem wunderbaren Wissen auf, dass ich für heute keine, aber auch gar keine Pläne habe. Gut, den Plan hatte ich mir im Laufe der letzten Tage so zurecht gelegt, aber ich finde, man muss auch mal ganz gezielt einen Tag lang keine Pläne haben. Wann ist das schon noch so? Seht Ihr, da habe ich Euch wieder. Und so bleibe ich erstmal noch im Bett liegen und genieße den erfrischenden Gedanken, dass ich heute nichts, aber auch gar nichts vorhabe. Irgendwann stehe ich auf, mache meine Playlist an, tanze ein wenig wie Kevin in "Kevin - Allein zu Haus", als er alleine zu Hause ist (die Eloquenz ist heute wieder einmal die meinige), koche Kaffee, surfe ein wenig im Netz, lese hier, fülle einen Warenkorb dort (ähh, ist alles schon wieder gelöscht!) und telefoniere schließlich mit meinem Bruder. Hey, ich sagte bereits, dass die Weltwirtschaftslage sich erschreckend schnell ändern kann, ich weiß nicht, was daran nicht verständlich ist! Eine Weile später frühstücke ich entspannt und ausschweifend während ich endlich mal wieder in Ruhe die "Punkt 12" VIP News schauen kann, freue mich nach der Tagesschau mit meinem neuen besten Freund Claus Erich Boetzkes (Fu und Ansgar, bitte nicht traurig sein, ich habe Euch deswegen ja nicht vergessen) extrem darüber, Rote Rosen gucken zu können und bleibe auch danach noch dran, als Guido Maria Kretschmer und VOX die dieswöchige Shopping Queen suchen. Später muss ich dann zwar noch schnell einkaufen, Pfandflaschen wegbringen und Blumen kaufen, aber ein kurzer Ausflug tut immer gut. Und meine neuen pinken Gerbera sehen zusammen mit dem Septemberkraut fantastisch in den hohen Vasen aus! Während ich laut, wie jeden Abend, an dem ich es rechtzeitig schaffe, "Forbidden Love goes straight to your heart..." mitsinge, arrangiere ich meine Blumen mit den hübschen Gräsern und bin ganz entzückt von dem sich mir kurze Zeit darauf bietenden Anblick. Was Ansgar wohl dazu sagen würde? Na, wahrscheinlich würde er einen gehässigen Kommentar abgeben, aber innerlich würde er mir wohlwollend zunicken. In all dem Trubel und der Heiterkeit, gut, ich übertreibe, aber da hatte ich grad Lust drauf, hatte ich ganz vergessen zu erwähnen, dass Marc sich gemeldet hat. Sogar bereits gestern. Wobei, was heißt hier: bereits? Soweit ich weiß ist die Drei-Tage-Regel schon lange nicht mehr aktuell, aber Marc meinte vielleicht alles richtig machen zu müssen und hat sich erst exakt drei Tage nach unserem ersten Aufeinandertreffen bei mir gemeldet. Er hatte gefragt, ob wir heute was trinken gehen wollen, aber wer genau aufgepasst hat, weiß, dass ich Mittwochs nie Zeit habe. Ich habe Marc gestern relativ zeitnah geantwortet und ihm scherzhaft erklärt, dass ich nicht wusste, dass die ungeschriebene Drei-Tage-Regel immer noch gilt (was ich ziemlich witzig fand, aber nun gut, man weiß nie wie das beim Gegenüber ankommt, und das, obwohl ich sogar mit Zwinker-Smiley gearbeitet habe), ihm gesagt, dass ich heute keine Zeit habe und ihn gefragt, ob er einen Alternativ-Vorschlag hat. Für die Antwort hat Marc einen ganzen Tag gebraucht. Also bis heute Abend. Ich meine, gut, vielleicht ist sein Handy kaputt. Oder er denkt sehr lange nach damit er sich sehr gewählt ausdrücken kann. Oder er hat ein goldenes (scheinbar sehr antiquiertes) Regel-Handbuch, in dem er Dinge wie die Drei-Tage-Regel nachschlägt, und das hat er gestern, gleich nachdem er mir geschrieben hatte, verliehen, und konnte demnach, weil er ja keine weiteren Regeln nachschlagen konnte, nicht sofort antworten. Hätte er das getan, wer weiß, hätte er vielleicht eine Regel verletzt. Alles nur Annahmen. Ich habe keinerlei Beweise. Abgesehen davon freue ich mich zwar von ihm zu hören, aber ich bin noch immer nicht interessiert. Marc hat heute scheinbar sein Regel-Handbuch zurückbekommen. Er schreibt, dass er es schade findet, dass ich heute keine Zeit habe, schlägt einen Kaffee morgen Mittag (auch da habe ich keine Zeit) oder das Wochenende vor und fragt wie die nächsten Tage denn bei mir zeitlich aussehen würden. Daraufhin schreibe ich Marc, dass er nicht traurig sein soll, wir würden uns bestimmt wiedersehen (auch hier lege ich weiterhin Wert auf die Arbeit mit Zwinker-Smiley), dass ich morgen zwar nicht, aber dafür das Wochenende anbieten kann, und was er vorschlägt. Scheinbar leiht er das Regel-Buch momentan jede Nacht aus, muss ja eine ziemliche Nachfrage bestehen, und eine Antwort lässt auf sich warten. Wie dem auch sei, es ist Zeit für meine Würstchen im Schlafrock! (Und kann bitte mal jemand diese gequirlte Kacke der dieswöchigen "Das perfekte Dinner" Runde ausschalten? Special Week hin oder her. Die "100% aus der Region" hätten genau da bleiben können wo sie gefilmt wurden: in der Region. Eh basta.) Dann suche ich noch einen Film für den Abend aus und entscheide mich für "Patch Adams" mit Robin Williams. Den kenne ich tatsächlich noch nicht (ich erinnere an die Kaufe 3 - Zahle 2 Aktion bei Saturn) und bin ganz gespannt... Zwei Stunden später sitze ich mit verheulten Augen und mit Tränen durchtränktem T-Shirt vor dem Fernseher. Was für ein wunderschöner wenngleich auch trauriger, tiefberührender, toller, wirklich guter Film. Ein absolutes Must-See. Und Robin Williams ist und bleibt einfach fabelhaft. Ich wiederhole es: FABELHAFT. Nachdem ich mehrfach geschneuzt, mir die Tränen weggewischt und mich halbwegs beruhigt habe, komme ich zu einer weiteren folgenschweren Erkenntnis (die erste war die, dass "Patch Adams" ein toller Film ist und ich bisher nichts davon wusste): es ist Tag zehn und ich habe noch immer nicht mit dem Schreiben angefangen. Wobei, und da müssen wir natürlich alle miteinander ehrlich sein, so gesehen stimmt das ja gar nicht. Geschrieben habe ich, und das jeden Tag. Es ist bisher kein Buch von mir erschienen, soviel ist für den Moment sicher, aber das heißt nicht, dass ich nicht längst Schriftstellerin bin. Ich sehe das wie in einer Szene der diesjährigen Karl-May-Inszenierung "Unter Geiern - Der Geist des Llano Estacado", als Old Shatterhand und Mary sich am Rande des Kakteenfeldes unterhalten: "Warum lachst Du?" - "Wie Du redest! Du solltest Schriftsteller werden!" - "Zu spät. Das bin ich längst. Und hoffentlich irgendwann auch mal ein ganz guter." Das was man ist fühlt man mit dem Herzen. Davon bin ich fest überzeugt. Allerdings braucht man all seine Kraft, all seinen Mut und all sein Durchhaltevermögen um sich seine Träume auch zu erfüllen, um für seine Berufung zu kämpfen und sich gegen alle Widersacher durchzusetzen, und seien ist die Dämonen im eigenen Kopf, die einem einreden wollen, dass man sein Ziel nicht erreichen kann. Was uns die vergangenen Tage aber auch zeigen, ist, dass wir nie und NIEMALS nie genug Zeit haben werden. An jedem einzelnen Tag dachte ich, ich hätte Stunden über Stunden zur Verfügung, und dann war jedes Mal so schnell wieder Abend. Zeit ist mittlerweile tatsächlich unser kostbarstes Gut, und wir sollten uns gut, sehr gut, überlegen, was wir damit anstellen wollen. Damit meine ich nicht, dass man nicht auch mal in Ruhe einen Tag lang nichts tun sollte, unbedingt!!, plant einen Tag, oder mehrere, ohne Plan ein, aber die Zeit, die wir effektiv zu verplanen haben, (hach, ich liebe Wortspiele! Obwohl das hier gerade ganz schön ernst ist, also bitte entschuldigt meinen kleinen Ausbruch) sollten wir nutzen und die Dinge tun, die wir EIGENTLICH tun wollen. Und zwar schon DIE GANZE ZEIT. Niemand hat gesagt, dass das einfach wird. Aber wer wenn nicht wir selber sollte uns dabei helfen unsere eigenen Träume zu leben? In diesem Sinne: bleibt dran. Hier, und an Euren eigenen Träumen. Wir sehen uns wieder. Ich wünsche Euch eine fabelhafte ruhige Gute Nacht.

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