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Mann über Bord, Stolz mit nach Hause

Prolog

Kinder, heute spür’ ich’s, heute ist es soweit, heute bin ich ganz nah dran! Heute treff’ ich mich mit meinem Traummann! Hoffentlich will er mich nicht sofort heiraten. Darauf habe ich nämlich gar keine Lust. Aber meine Haare liegen heute so gut, dass ich mich vielleicht sogar zumindest auf einen spontanen Flug nach Las Vegas einlassen würde! Meine Wimpern sehen aus als wäre ich eine von den Kardashians, die April-Sonne hat schon ziemlich viele Sommersprossen auf mein Gesicht gezaubert und die High Heels mit denen ich schon beim Bachelor Paul Janke Zucker geholt habe sind bereit für ein neues Abenteuer. Das kann nur gut werden! Sapperlot, noch eins, ich hab’ es im Gefühl!

Heute, heute, heute! Ich spür’s, Kinder, ich spür’s!

Ihr dürft natürlich Mister Frank nichts davon erzählen. Aber die ersten 48 Stunden sind rum, und wenn Ihr Krimis schaut, dann wisst Ihr, dass es eben diese ersten 48 Stunden sind die entscheidend sind um ein Entführungsopfer wiederzufinden oder einen Mord aufzuklären. Ich meine, ich hab’s versucht, aber irgendwie spür’ ich’s da nicht, der wird sich nicht melden. Das ist dem zu heiß. Oder er wartet darauf, dass ich die Stadt für ihn plakatiere, denn das mit dem Beweihräuchern auf sämtlichen Social Media-Kanälen hat ihm einfach nicht stark genug bewiesen, dass ich es wirklich ehrlich mit ihm meine. Himmel hilf, na was denn noch?! Oder in anderen Worten: Na dann eben nicht.

Wie dem auch sei, heute spür ich’s, heute treff’ ich einen Prachtkerl! Und diese Chance lasse ich mir auch nicht entgehen, Mister Frank hin oder her! Wenn der sich dann doch noch meldet können wir immer noch weitersehen.

Denn heute setze ich einfach noch mal alles auf eine Karte. Ich lehne mich ganz weit aus dem Fenster, und hoffe, dass ich nicht rausfalle. Denn ein Mädchen muss tun was ein Mädchen tun muss. Und in genau diesem Sinne muss ich jetzt los! Hoffentlich kann ich mit den High Heels überhaupt Fahrrad fahren! Olé und engarde!

...

Epilog

Tja, Kinder, und wenn’s nichts wird, dann halte ich es wie Guido Maria Kretschmer der zuletzt so treffend sagte: „Ja, es gibt gute Mädchen. Und die brauchen keinen Mann. Und wenn dann doch einer kommt, dann muss es ein Guter sein.“

Und so sitze ich später an diesem Abend total analog mit einer Flasche Bier in einer Hamburger Bar am Tresen. Erst als ich da sitze fällt es mir auf und ich muss nun doch ziemlich losprusten und über die Situation lachen. Und so mache ich das was man nach solch einer Beobachtung als erstes tun sollte: ich grüße Thomas Hermanns. Ob’s hilft? Passieren tut hier heute nichts mehr. Aber ich hab’s zumindest versucht. Und bin froh, dass heute nicht nur CCC-Day sondern auch WWM-Day ist, denn kein Tag ohne Promi und kein Abend im Berglund ohne Wotan Wilke Möhring. Aber das Beste in meiner Lieblingsbar sind meine garstigen Freunde hinter der Theke die mich heiter aufziehen als ich mit den Worten „Wenn man mich schon bumsen will, dann bin ich zumindest zwei Bier wert!“ in die Bar donnere und mich auf dem erstbesten Hocker am Tresen knalle. Ja, ich war auch schon mal wortgewandter. Aber mein zweites Bier bekomme ich dann nun eben hier im Berglund, und später gehe ich dankbar allein nach Hause.

Wenig überraschend wenn ich Euch jetzt erzähle, dass ich heute weder auch nur in der Nähe des Flughafens war um nach Las Vegas zu fliegen noch, dass ich meinen Traummann getroffen habe. Aber auch wenn ich die Überraschung schon verdorben habe, will ich Euch nun einweihen. Denn getroffen habe ich einen Volkssportler, für den Tindern eine Art olympische Disziplin ist um im regelmäßigen Turnus von vierzehn Tagen jeweils eine neue Frau aufzureißen und sie schnurstracks in die Kiste zu befördern. Am liebsten in seine eigene, dann ist der Weg nicht so weit. Haben wir schon zig Mal gehört, ja, ich weiß, dumm nur, dass ich angenommen hatte, dass der vermeintliche Traummann von heute Abend zu einem anderen Schlag Mann gehört.

Er war nicht nur zu spät, leistete sich eine überaus gruselig-peinliche Anschleich-Aktion, die mich hätte warnen müssen, aber ich wollte den Wald vor lauter Bäumen wohl einfach nicht sehen, hatte einen von Howard Wolowitz aus „The Big Bang Theory“ inspirierten Klamottengeschmack, dazu unangenehmen Mundgeruch, und nicht nur all das, nein, er war auch noch geizig. Aber um dem ganzen die Krone aufzusetzen, und ja, das war noch immer nicht alles, und nein, ich dachte trotzdem es könnte ja noch gut werden, I know, shame on me!!, machte er sich nach einem anfangs eigentlich dann doch recht netten Gespräch mit folgender Aussage auch die letzten Freunde zu Feinden: „Ich bin immer wieder überrascht wie schnell Frauen ihren Stolz über Bord werfen und mit mir ins Bett steigen.“

Ja. Und ich bin immer wieder überrascht wie lange ich sitzen bleibe um mir auch noch den letzten Scheiss anzuhören den ein Mann zu sagen hat anstatt aufzustehen und zu gehen. Wortlos. Und meinen Stolz mit nach Hause nehme. In mein Bett. Da wo er hingehört. Zumindest dann wenn das Leben aus Dates mit solchen Flachpfeifen besteht. Und nicht mal ein zweites Bier zur Hand gereicht wird mit dem ich den Schrott der mir erzählt wird zumindest aus meinen Gehörgängen spülen kann.

Wer bei solchen Aussagen nicht weiß wie ihm geschieht der wird es nie wissen. Ich wollte selten so drängend los. Dann auch wirklich SOFORT zu gehen, darin muss ich dringend besser werden. Aber ich bleibe dran. Das schaffe ich. Vielleicht war das heute Abend schon mal eine gute Übung.

Bei Entführung und Mord sind die ersten 48 Stunden relevant. Gottseidank geht es hierbei nicht um Leben und Tod. Und auch nicht darum, dass Mister Frank sich meldet, auch wenn das durchaus nett von ihm wäre, aber der kann tun und lassen was er will. Und das kann ich auch. Oder in anderen Worten, und um eine gute Freundin zu zitieren: „Du bist frei.“ Ja. Das bin ich. Und da kann ich nur sagen: Gottseidank. Und wenn dann doch einer kommt, dann muss es ein Guter sein. Grüße an Guido.

Tja Kinder, man kann nur Angst haben wenn man Hoffnung hat. Vielleicht habe ich im Vorwege doch irgendwas in die Richtung gespürt und war einfach nicht aufgeregt genug sondern hatte mehr Sorge darum, dass die Stilettos meiner High Heels sich in den Pedalen meines Fahrrades hätten verkeilen können als darum dass ein anderer als mein Traummann auf mich wartet. Und sein wir mal ganz ehrlich: Schlechte Dates sind schlechte Dates. Aber wenn unsere High Heels kaputt gehen dann haben wir einen wirklich ernsthaften Grund zum Weinen!

In diesem Sinne: Nächstes Mal wieder mit Turnschuhen. Und alles Weitere sehen wir dann. I keep you posted. Have a very happy tuesday night, lovers. Enjoy.

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