Direkt zum Hauptbereich

Die Sommermärchen-Lüge


Kinder, da die Neuerfindung der Langeweile in diesem Jahr bereits stattgefunden hat gilt es nun schon wieder ein neues Wort zu finden für das was sich da letzte Woche im Resteficken-Sender für Selbstverliebte und sicher nicht ganz so einsame Herzen wie gerne mit weich gemalter Dramaturgie dargestellt ereignet hat.

Auch ich suche noch.

Diese Mediathek ist aber auch ein Teufelszeug. Das muss einer beim RTL erfunden haben. Und die anderen Sender sind dann im Laufe der Jahre nachgezogen. Also, dumm wäre wer’s nicht getan hätte. Denn eigentlich ist es ja auch ganz geil, wenn man sich zur beliebigen Stunde Formate anschauen kann die man aus welchen törichten Gründen auch immer nicht dann gucken konnte wenn sie ausgestrahlt wurden. Aber was erzähle ich Euch, solange ich das Rad jetzt nicht gerade neu erfinde sollte ich flux zum eigentlichen Thema zurückkehren. Sapperlot noch eins! Aber wenn der RTL die Mediathek erfunden hat, dann habe ich eben das Abschweifen erfunden! Ist doch auch mal ganz schön etwas auf der Haben-Liste vermerken zu können.

So. Was gibt es zu berichten. Auch hier suche ich noch. Ich habe das Gefühl vergeblich. Denn irgendwas muss sich die Kölner TV-Sende-Anstalt ja bei der Fortsetzung des Klingel-Klüngel-Bums-Fideralala-Formats gedacht haben. Genauso wie die Verantwortlichen eine spezielle Idee dazu gehabt haben müssen warum genau sie diese Jessica Paszka als „Die Bachelorette“ verpflichten wollten.

Da muss es was geben. Das kann nicht einfach grundlos ins Fernsehen geklatscht worden sein. Da muss doch irgendwer vorher eine Kosten-und-Leistungs-Rechnung erstellt haben. Irgendeiner muss doch da im Controlling arbeiten. Es kann doch gar nicht sein, dass da keiner auf die Kalkulation geguckt hat als es um die diesjährige Neuauflage der Fick-ich-dich-heut-nicht-fick-ich-dich-morgen-Sendung ging! Wer in drei Teufels Namen hat denn da nicht nur fünfe sondern gar siebzehn gerade sein lassen?!

Wenn meine Mutter beim fernschauen etwas stört oder gar irritiert wird sie schnell wütend und ruft dann beispielsweise aufbrausend: „Der Kerner sabbelt schon wieder einen Stuss!! Ich ruf’ gleich beim Fernsehen an und beschwer’ mich!“

Vielleicht ist es an der Zeit dass ich das gleiche tue. Bleibt natürlich die Frage ob einer rangeht. Aber das werde ich dann schon sehen! Denn was uns der vermeintliche Doktor-Love-Sender der Nation da gerade aufzutischen versucht geht nicht nur auf keine Kuhhaut, nein, es ist vielmehr ein Lächerlichmachen derer die ernsthaft auf der Suche nach der großen Liebe sind. Nicht, dass ich hier gerade etwas Neues erzähle, geschweige denn jetzt dann vielleicht in diesem Moment das Rad neu erfunden hätte, nein. Aber wer auf so viel High Class, High Gloss, High Heels, Glitzer, Glamour, Luxus-Villa, Sonne, Sommer, Sonnencreme-Körper und Knister-Kribbelwasser-Kirschkuchen-Küsse setzt, der sollte auch eins mehr im Sinn haben als lediglich überoperierte, überkandidelte, überdrehte, unterbelichtete, unterniveaulaufende, unter dem Radar kriechende FAKE FAME Männer und eben die benannte Jessica Paszka unter der Sonne Marbellas zu versammeln und alle Alkohol-Vorräte an genau diesen Ort zu bringen, der für den G20-Gipfel wahrscheinlich aus der Hansestadt verbannt wurde. So wie bei der Boston Tea Party damals, nur irgendwie anders rum.

Kinder, und so fasse ich mir mit der Hand an den Kopf und frage mich: Warum? Was ist da los? Was ist da beim Flirtweltmeister-Rekordhalter-Sender schief gelaufen? Und wer zur Hölle hat diese unfassbar übersteigerten überspitzten überzogenen Kandidaten ausgesucht? Himmel hilf, wenn Hopfen und Malz nicht schon verloren wären würde ich ja Hilfe anbieten, aber wahrscheinlich wollten die süßen Jungs einfach nicht ins Fernsehen. Dumm nur, dass auch ich scheinbar nicht weiß wo ich sie finden kann, aber wir sind ja erst am Anfang. Wenn aber nicht mal der RTL sie findet zeigt das nur auf wie schwierig es heutzutage ist gutes Material zu finden. Und das wiederum stimmt mich für den Flügelschlag eines Schmetterlings traurig, aber dann recke ich das Kinn bereits wieder und strecke die Nasenspitze in die Sonne.

Was also können beziehungsweise wollen wir festhalten von einer Sendung von der eigentlich keiner wissen sollte, dass ich sie heimlich doch noch geschaut habe? Gut, zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich neugierig war und diesem inneren Gefühl nachgegeben habe. Doch bereits nach gefühlten eineinhalb Minuten bin ich fast eingeschlafen, weil eben einfach nichts los war, nichts, wirklich gar nichts!, „Die Bachelorette“ lediglich dümmlich und mit komischem Stimmchen sprechend, das war nicht Fuchs nicht Gans, ich sage es Euch!, vor der Luxus-Villa auf die Männer gewartet, jeden gleich begrüßt und als alle endlich angekommen waren zur späteren Stunde das Bad in der Menge der gierigen Gockel genossen hat.

So. Fazit: Drei der zwanzig Männer, HUST!!!, HUST!!!, HUST!!!, also, Moment, noch mal von vorne, drei der zwanzig Typen die meinen dass sie nach der etwas länger andauernden Pubertät vielleicht irgendwann so was wie Männer werden könnten sind leider, leider! schon nicht mehr dabei im Wettstreit um die letzte, die goldene, die einzig wahre Rose der diesjährigen Bachelorette Jessica Paszka. Im folgenden sind das Julian, der nicht nur den gleichen Bart hat wie sein Filzstift-verwendender italienischer noch-im-Rennen-Freund Domenico und der vermutet, dass die Jessica gedacht haben könnte, dass er wohl eher ins Fernsehen will anstatt die große Liebe zu finden, Alexandre, der nuschelnde irgendwie-Franzose, der angibt genügend Frauen auf dem gleichen Niveau kennen zu lernen, drum sei das Ausscheiden nicht schlimm für ihn und Julez, der nicht nur auf Mädchen und auf Jungs steht sondern auch gesteht, dass er im Nachhinein vielleicht manche Dinge anders gemacht hätte.

Wie Markus Kafka früher gerne am Ende der MTV-News verkündete „Hamma wieda was gelernt.“ Bleibt die Frage offen: Was? Aber da hier so oder so schon so viele offene Fragen im Raum stehen werde ich auch was diese Ausforschung angeht noch einmal nachspüren müssen. Und vielleicht an anderer Stelle auf des Rätsels Lösung stoßen. Oder gar auf des Pudels Kern.

Und falls nicht kann ich ja beim nächsten, wann und ob er überhaupt stattfinden wird ist ungewiss!, heimlichen Besuch der Mediathek wenigstens darüber lachen was uns der RTL hier gerade versucht als das neue Sommermärchen aufzutischen! Manchmal hilft ein anderer Blickwinkel. Und wenngleich ich auch nicht sage, dass man diesen immer sofort herstellen kann, so können wir doch versuchen manche Dinge mit einer Einstellung zu betrachten, die uns vielleicht sogar Spaß macht. Ich bin gespannt ob und inwieweit das nicht nur bei der Bachelorette funktionieren kann. In diesem Sinne: Have fun laughing, lovers! Enjoy the night, enjoy the fun, enjoy the stories that come your way. And make sure to sometimes be able to change your point of view. Have an enchanting wednesday night!

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Muskulös

Kinder, endlich ist es wieder soweit! Es gibt Neuigkeiten aus der Welt der Internet-Liebenden und Online-Suchenden, aus der Welt der Scheinprinzen und Schaumschläger, aus der Welt in der alles kann aber nichts geht. Zumindest bei mir gerade nicht. Nicht mehr. Irgendwann ist auch mal Schluss im Bus. Aus die Maus. Und Ende im Gelände. Irgendwann ist das Maß auch einfach erst mal voll aber keiner weiß ob sich das nicht vielleicht auch ganz schnell wieder ändern kann. Und so widme ich mich für den Moment völlig selbstlos den wieder einmal unmöglichsten Suchanzeigen bei deren Lesegenuss klar ersichtlich werden sollte, warum die BILD Online kürzlich mit großen Lettern lockte „Zu früh gefreut beim ersten Match! Was beim Tinder-Date alles schief gehen kann!“ Bei den folgenden Annoncen kann ich mir zwar kaum vorstellen, dass dort allzu viel gematched wird, aber da auch ich nie auslerne kann ich natürlich nicht wissen wer Lust auf diese wildgewordenen Lüstlinge bekommt und das Netz nachträglich…

Mittendrin statt nur dabei - Meine wilde Party-Nacht mit den Promis

Kinder, es gibt Momente im Leben, die muss man einfach noch mal Revue passieren lassen. Weil sie einmalig waren, beeindruckend, belustigend, merkwürdig, spannend, aufregend, oder sogar alles zusammen. Daher möchte ich Euch heute noch einmal mitnehmen zur Movie meets Media Party in Berlin und wünsche Euch viel Spaß bei diesem herrlichen Rückblick!

Es ist ein absolutes Mega-Highlight: ich habe Karten für die Movie meets Media Party anlässlich der Berlinale in unserer Hauptstadt gewonnen und ich kann mein Glück kaum glauben. Aber ehe ich mich versehe und noch länger darüber nachdenken kann, was für ein Glück ich hatte, sitze ich auch schon im Bus und brause mit wehendem Haar gen Berlin. Im Hotel angekommen bleiben mir noch gute drei Stunden um mich auf den abendlichen Event der Spitzenklasse vorzubereiten, und die Zeit will gut genutzt werden. Schließlich will ich den Promis in nichts nachstehen. Und so verwende ich unzählige Minuten und ganz viel Hingabe darauf, ebenfalls wie ein Promi …

Ausgemustert

Kinder, Ihr kennt es, ich kenne es, die Frage ist: wer kennt es nicht? Wie oft stehen wir verzweifelt vor dem Kleiderschrank, vor Kommoden, Kisten, Kästen, Schubladen, noch immer nicht ausgepackten Tüten und Verstecken, die keiner jemals zu Gesicht bekommen darf, und reißen alles raus auf der bangen Suche nach einem passenden Kleidungsstück oder viel schlimmer noch nach einem ganzen passenden Outfit! Und so viel wir auch aus sämtlichen Stauräumen herausziehen und nach kurzem Zweifeln doch schnell wieder aufs Bett oder auf den Boden werfen, irgendwie gibt es immer wieder, und ich betone: IMMER WIEDER! Tage an denen wir so gar nichts finden wollen was zu unserer aktuellen Stimmungslage, zu unserem Gemüt, zur Situation, zum Anlass oder auch einfach nur insgesamt passen will. So ein Dilemma! Und wie kann das eigentlich sein? Oder gibt es dazu vielleicht gar keine logische Erklärung? Gibt es die vielleicht zu vielerlei Dingen, so sehr wir auch suchen und uns den Kopf darüber zerbrechen, ma…