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Aschenputtel und die Liebe im Internet

Kinder, ich muss es Euch sagen, und dabei wisst Ihr es längst selbst: Neben Mediatheken muss auch das Internet ein Werkzeug des Teufels sein. Zu viele Möglichkeiten, zu viel Zeitvertreib, zu viel zu tun, zu viel zu erleben, zu viel von allem was man eigentlich gar nicht braucht. Aber da es ja nun schon mal da ist kann und sollte man es nicht einfach links liegen lassen, denn gerade weil es so schön glänzt und glitzert will man es trotzdem haben obwohl man doch weiß, dass man es eigentlich gar nicht braucht.

Ganz genau wie auch einige Konversationen mit Männern in diesen sogenannten Internet-Flirt-Börsen. Noch so eine Erfindung des Teufels. Wenngleich uns weiß gemacht werden soll, dass es eigentlich eine Erfindung Amors ist. Und dass sich auf einigen dieser Flirt-Portale sogar alle elf Minuten ein Single verliebt. Fragt sich nur in wen sich diese besagten Singles verlieben. Vielleicht in sich selbst weil sie in erster Linie so von sich hingerissen sind, dass sie gar nicht anders können als sich in ihre aufwendig inszenierten und geschickt bearbeiteten Selfies zu verknallen. Und wenn sie sich nun tatsächlich doch in einen anderen Single verlieben sollten, so heißt dies ja wiederum nicht, dass diese Verliebtheit auch erwidert wird. Ach, dieses Marketing, und wieder so ein Satans-Instrument. Heute muss man aber auch wirklich an jeder Internet-Straßenecke aufpassen, dass man nicht von hinten mit dem Knüppel eins über die Rübe bekommt!

Wie kann man denn nun bloß die Guten von den Bösen unterscheiden beziehungsweise wann weiß man ob eine Unterhaltung Sinn macht oder ob man sich doch einfach lieber auf gute alte Wiederholungen von „The Big Bang Theory“ oder „Two and a half Men“ konzentrieren sollte? Und damit meine ich wirklich Gucken ohne Ablenkung. Und ohne nebenher doch irgendwie heimlich wieder mit dem Wischen und Lesen und natürlich auch dem Alle-elf-Minuten-Verlieben anzufangen. Mindestens. Bei Tinder und Spotted passiert mir das sogar noch öfter als alle elf Minuten. Aus Gründen der internen Datenerhebung muss ich da mittlerweile oft schon Strichliste führen und für jedes Verlieben ordnungsgemäß eine Linie ziehen. Ich will am Ende des Tages ja auch wissen womit ich meine Zeit verschleudert, vergeudet, verbraucht,... äh... verbracht, verbracht!! habe. Da ist so ein bisschen Statistik schon ganz hilfreich. Und auch am Ende des Jahres kann ich dann besser einsehen wie ich so manche Abende mit Bravour gemeistert habe.

Wohlan. So nicht.

Also kehre ich zurück zu meiner bereits leise in den Raum geworfenen Frage: Ab wann lohnt sich so eine Unterhaltung eigentlich? Wie viele Nachrichten muss oder sollte man austauschen bis es Spaß macht? Und wie schnell darf man eine Unterhaltung als vielleicht nicht ganz so ergiebig empfinden und vorsichtig ad acta legen? Oder andersherum gefragt: Bis wann gebe ich meinem Gegenüber die Chance dass es sich vielleicht doch noch lohnen könnte? Wie lange warte ich auf ein bisschen Spaß, Jux und Dollerei, guten Humor und feine kleine Schlagabtausche gefolgt von klitzekleinen Flirty Flirts und dann vielleicht, hoffentlich, auch irgendwann der Frage nach einem ersten Treffen? Aber auch: Wie lange will ich auf eine ausbleibende Antwort warten von jemandem mit dem ich doch bereits eine angeregte Konversation geführt habe oder den ich einfach mal frisch, fromm, fröhlich, frei angeschrieben habe? Und wann entscheide ich mich gegen das tagelange auf-Antwort-warten und verliebe mich lieber wieder alle elf Minuten neu?

Maßgeblich ausschlaggebend finde ich, dass man nicht allzu schnell die Flinte ins akkurat gemähte und mit Glanz und Glitzer bestreute Korn werfen sollte. Denn wenn einem schon mal drei bis fünf Bilder des Gegenübers gefallen, dann sollte es doch möglich sein die erste Kontaktaufnahme nicht allzu sehr auf die Goldwaage zu legen und sich und dem anderen erst einmal die Möglichkeit zu geben das Gespräch ins Rollen zu bringen. Boah, ganz schön viele Floskeln in einem Satz, ich merke es selber und es tut mir leid, aber ich habe gehört das passiert den besten. Und außerdem raucht auch mir manchmal nach diesem alle-elf-Minuten-Verlieben am Ende des Tages ganz schön der Kopf. Wohin mit all den Männern? Und wohin mit den wenigen Informationen die ich im Vorfeld bekomme, mit Glück!, die mir oft aber rein gar nichts darüber verraten, ob derjenige mit dem ich gerade ach so angeregt plaudere denn auch tatsächlich einer von denen ist, die ernsthaftes Interesse haben, die nicht einfach nur die alten Folgen von „The Big Bang Theory“ und „Two and a half Men“ durch ein wenig Nervenkitzel aufwerten wollen, deren Bilder nicht schon 15 Jahre oder älter sind, die sich gerne auch im echten Leben einmal treffen wollen und die wirklich, wirklich!, Single sind. Ja, Kinder, böse Überraschungen lauern an jeder Straßenecke, und da kommt dann der Knüppel von vorhin wieder ins Spiel.

Wie so oft im Leben ist auch heute guter Rat ums erneute Mal teuer. Und wahrscheinlich gibt es da auch keine allgemein gültigen Antworten, da kann ich noch so lange suchen. Aber um die Floskel-Sammlung zum Ende noch um eine zu erweitern: Wo Schatten ist, da ist auch Licht. Und wo kämen wir denn da hin wenn das Leben so einfach wäre.

Sodenn werde ich mich trotz der Unüberschaubarkeit des Angebots und der schwer erkennbaren Qualität der angepriesenen Produkte vorläufig vielleicht auch weiterhin ein wenig als Aschenputtel verdingen. Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen. Und auch wenn mir wahrscheinlich keine Tauben dabei helfen werden weil die im Sommer besseres zu tun haben, so komme ich doch vielleicht auch alleine immer mehr dahinter ab wann es sich nicht mehr zu warten lohnt und welche guten im Töpfchen auch tatsächlich zu den guten gehören. Um dann irgendwann nach und nach meine drei Haselnüsse zu öffnen. Ich bin schon ganz gespannt was drin ist!

In diesem Sinne bleibt mir nur noch das folgende zu sagen, aber auch da erzähle ich Euch nichts Neues: Augen auf im Internet. Es ist nicht alles Gold was glänzt. Nicht jeder Rohdiamant braucht zwingend unseren Feinschliff. Und so lange niemand verletzt wird kann man sich sogar auch guten Gewissens alle zehn Minuten neu verlieben. Der andere wird’s wahrscheinlich eh nie erfahren. Dafür sorgt die Weite, die Unbekümmertheit und oft eben auch die Bedeutungslosigkeit des Internets von ganz allein.

Anyways, have a very good friday night, lovers! Enjoy every flirt, every laughter and every love as long as it feels good for you.

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