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Ein Dank an alle Vollpfosten

Liebe Freunde der illustren Geschichten rund um alles was das Herz begehrt, es ist an der Zeit Danke zu sagen. Und an dieser Stelle möchte ich die Gunst der Stunde nutzen und mich bei allen Vollpfosten des vergangenen Jahres für jede Geschichte bedanken, die sie mir geschenkt haben.

Ja, Ihr lest richtig, sie haben mir Geschichten geschenkt. Und da ein Schriftsteller die Summe seiner Geschichten ist, bin ich mehr Schriftstellerin denn je. Aber eigentlich war ich das schon immer. Nun bin ich nur noch reicher als zuvor. Aber ich glaube das geht uns allen so. Wir alle sind reich. Wir können es nur manchmal einfach nicht sehen, weil Reichtum oft so wahnsinnig anders definiert wird als das was es eigentlich ist. Oder ein wenig versöhnlicher: als das was es auch sein kann.

Aber weichen wir nicht vom Wege ab denn das gelingt mir dieser Tage wieder einmal ausgesprochen gut sondern halten uns an dem Thema fest das ich eigentlich mit Euch teilen wollte: Ich möchte den Tu-nicht-Guten, die ich dieses Jahr getroffen habe (und teilweise gottseidank auch nicht) mit ein wenig Abstand betrachtet meinen Dank aussprechen. Ihr habt mir rückblickend so viel Spaß bereitet, dass ich manchmal wirklich nicht mehr weiß, ob ich beim Lesen der an Euch gerichteten Memoiren lachen oder vor Lachen weinen soll. In erster Linie frage ich mich bei dem ein oder anderen Spring-ins-Feld bis heute welcher Teufel Euch eigentlich reitet oder von welcher Kommode Ihr als Kinder gefallen seid, aber auf der anderen Seite ist schließlich noch nicht aller Tage Abend, und was wäre das Leben ohne die Ereignisse, aus denen man auch immer etwas lernen kann? Sodenn man sich selbst die Möglichkeit dazu gibt. Ich denke, das habe ich in diesem Jahr durchaus getan. Und auch wenn das jetzt nicht heißt, dass ab dem Neuen Jahr nun alles viel leichter wird und Unwegsamkeiten längst vergessene Anekdoten sind, so denke ich doch, dass man an dem was man erlebt hat aber vor allem auch am Umgang mit dem was man erlebt hat etwas lernen kann. Yet again, ich sage nicht, dass das einfach ist. Aber ich sage, dass es möglich ist.

Natürlich gilt das auch für alle anderen Situationen des Lebens. Und insbesondere dann wenn man wieder einmal kurz davor ist zu resignieren und sich zerstreut zu fragen warum man sich ums erneute Mal so furchtbar schlecht fühlt weil sich bestimmte Dinge wiederholen. Weil man vielleicht wieder einmal in Diskussionen mit einem guten Freund oder einer guten Freundin geraten ist bei der sich die gegensätzlichen Meinungen so gar nicht vereinbaren ließen und man das schlechte Gefühl, das sich nach dem Treffen einfach nicht so schnell verabschieden lässt furchtbar lange mit sich herumträgt und sich über den anderen ärgert. Weil er oder sie eine andere Meinung hat. Und diese ebenso kundtut wie man selbst seine Meinung kund tut. Und so kann man ewig lange weiterhin furchtbar wütend darüber sein, oder einmal darüber nachsinnen, warum genau man so wütend auf den anderen ist, warum die Meinung des anderen so wichtig ist, ob vielleicht an der Wahrheit, die der andere vertritt, etwas dran ist, ob er diese Meinung aus einem besonderen Grund vertritt, die vielleicht etwas mit ihm selbst und gar nichts mit dem Gegenüber zu tun hat, in welcher Stimmung der andere sich befindet und ob man ihn, auch wenn man das Thema vielleicht gar nicht bewusst eröffnet hat, damit auf dem falschen Fuß erwischt hat, und ganz vielleicht, und das wäre dann aber auch schon die Königsklasse, ob man vielleicht etwas aus der Meinung des anderen lernen oder zumindest akzeptieren kann aus welchem Grund der andere eine andere Meinung vertritt. Und dass diese nichts mit dem Gegenüber zu tun hat, sondern rein sachlicher Natur ist. Was für ein Übungsfeld!

Sachlich bleiben ist ohnehin eine der größten Königsdisziplinen, die es überhaupt zu meistern gilt. Wenn man denn vorhat überhaupt in Erwägung zu ziehen sie irgendwann vielleicht einmal meistern zu wollen.

Aber da das Leben nach vorne geht dürfen wir durchaus mutig auch die nächsten Schritte nach vorne gehen und uns mit Themen befassen die uns gerade noch fremd sind. Um dann herauszufinden was sich dahinter verbergen kann.

Und so kommen wir zurück zu den Vollpfosten. Was hat es mit mir zu tun, dass sie sich bei Tinder ein Bumshäschen nach Hause bestellen wollen? Nichts. Es ist ihre Masche mit der sie bei einigen gut landen. Und bei mir dann halt eben nun mal nicht. Aber es hat nichts mit mir zu tun, dass dies ihre Masche ist. Wenn ich es rein sachlich betrachte zumindest nicht. Und somit, so absurd es klingen mag, konnte ich beginnen von ihnen zu lernen. Und mich in Sachlichkeit zu üben.

Und vielleicht ist das eines der vielen Geheimnisse des Lebens mit denen es einen Umgang zu finden gilt: Die Suche nach der Sachlichkeit. Denn wenn man sachlich bleiben kann, muss man sich nicht mehr jeden Schuh anziehen, nicht alles gleich furchtbar persönlich nehmen, kann auch bereits im Gespräch einen gewissen Abstand zu einem Thema behalten, auch wenn man die Meinung des anderen nicht nachvollziehen kann in diesem Moment, sie gar doof und vielleicht auch verletzend findet. Aber, und genau das dürfen wir nicht vergessen: Kommunikation ist nicht umsonst eine der krassesten Disziplinen der Welt. Und es gibt Momente in denen es einfach nicht harmoniert. Und das kann ganz andere Gründe haben als die von denen wir im ersten Moment unserer Empfindlichkeit, unserer Unsachlichkeit gerne ausgehen. Denn vielleicht hat der andere auch einfach nur wichtige Gründe für seine Meinung. Und die müssen rein gar nichts mit uns selbst zu tun haben.

Wie schwierig. Das erst einmal zu begreifen. Und ich möchte gerade furchtbar gerne eine rauchen. Aber es gibt eben Gelüste in unserem Dasein denen man nachgehen möchte wenn man den großen Geheimnissen des Lebens auf der Spur ist. Damit sich das aufgewühlte Nervenkostüm wieder beruhigen kann. Man zurück zu einem Normalpuls findet. Und mit den neu gelernten Erkenntnissen umzugehen lernt. Und vielleicht auch erst einmal tief durchatmet. Weil man herausfindet, dass man seltener als man denkt etwas falsch macht und viele Dinge in erster Linie mit dem Gegenüber zu tun haben. Denn es bleibt wie es ist, Kinder, und ich sage es nicht zum ersten Mal: Am Ende geht es immer um uns selbst.

Man fühlt sich schließlich auch nur in den seltensten Fällen, außer es geht um sehr nahestehende Personen, für jemand anderen angegriffen. Man fühlt sich immer selbst angegriffen. Und so haben auch die meisten Dinge die jemand anderes tut, Bumshäschen bestellen, Frauen schlecht behandeln, sich nach einer tollen Nacht nicht mehr melden, interessante Fetische haben, Fickfreundschaften suchen, sich jahrelang nicht melden, Kontakte vernachlässigen oder sie ganz abbrechen lassen, sich nicht auf Beziehungen oder eine enge Partnerschaft einlassen können und vieles mehr am Ende nichts mit uns zu tun sondern immer mit demjenigen der es macht. Und gleichsam ist es so mit den verschiedenen Meinungen unter Freunden: Wenn wir uns mal nicht einig sind, dann hat das nichts damit zu tun, dass wir einander nicht mögen, sondern darum, dass eine Meinung des anderen der unsrigen manchmal einfach nicht gleicht. Weil die andere Person einen anderen Standpunkt vertritt. Und das tut sie aus einem eigenen bestimmten Grund. Und somit geht es schlussendlich um sie selbst. Der Kluge hinterfragt nach dem Wütendsein, oder schon zwischendrin, vielleicht einmal vorsichtig, warum er sich durch die entgegengesetzte Meinung so angegriffen fühlt, um dann mit etwas Abstand herauszufinden, dass es erstens auch gar nicht schlecht ist, wenn man unter Freunden ehrlich sein kann und ehrlich sein darf. Und zweitens, dass jeder Mensch ein Egoist ist. Und das nicht im bösen Sinne. Denn es ist menschlich. So sehr wir auch manchmal alles daran setzen wollen unbedingt als perfekt und damit möglichst wenig als Mensch wahrgenommen zu werden. Obwohl doch gerade letzteres eigentlich unser innigster Wunsch ist.

Wir Menschen sind aber auch verrückt. Wie wir es machen, machen wollen, wir machen es gerne falsch. Aber das heißt nicht, dass wir es nicht besser machen können. Und aus dem lernen können was wir vielleicht lange Zeit nicht ganz richtig gemacht haben. Oder, ich sage es nochmal anders: was wir vielleicht lange Zeit eher in selbstschädigender Weise getan haben. Obwohl wir das nicht hätten tun brauchen. Und so decken wir, wenn wir denn hinschauen, sie vielleicht im Zuge der Zeit auf, unsere selbstschädigenden Verhaltensweisen, und sodenn wir mutig genug sind nehmen wir den wilden Kampf auf uns umzugewöhnen und unser Verhalten, im Zuge der Zeit, in Ruhe, sachte, dahingehend zu ändern, dass es nicht mehr selbstschädigend, sondern wohlwollend und selbstfürsorglich sein kann. Und sein darf.

Es ist spannend. Und es bleibt spannend. Und es wird immer spannend sein. Wenn wir uns darauf einlassen. Aber ich glaube genau so soll es sein. Denn das Leben ist entweder ein aufregendes Abenteuer, oder gar nichts. Und darauf freue ich mich gerade trotz der ein oder anderen Unberechenbarkeit und Unwegsamkeit meines wilden Lebens jeden Tag aufs Neue.

Und eins sei noch gesagt, Kinder, und das sollten wir immer im Sinn haben: Wenn uns der Schuh nicht passt, müssen wir ihn uns auch nicht anziehen.

Hang in there, lovers! Believe in the good. Believe in the brave. Believe that everything is possible. Have an awesome friday. Enjoy the night! Always.

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